Maschinenbauer Laempe & Mössner ist in der Welt zuhause

Die LFB-Reihe Kernschießautomaten von Laempe & Mössner

Andreas Mössner kommt gern zur Sache. Alles an ihm betont das. Der gut sitzende Anzug, der Händedruck, das klar gegliederte Büro. Eine App sagt ihm, wie viel Zeit er gewonnen hat, seit er keine Raucherpausen mehr braucht. Zeit zum Leben? Eher zum Arbeiten. Als Geschäftsführer der Laempe & Mössner GmbH hat der 35-Jährige einen dicken Terminkalender: Das Unternehmen liefert auf fünf Kontinente – und expandiert.

Der Maschinen- und Anlagenbauer ist Weltmarktführer in der Produktion von Kernmacherei-Technologien für Gießereien. Damit hat sich das Unternehmen zu einem gefragten Partner für die Automobilindustrie, den Waggonbau, für Hersteller von Schiffsmotoren, Pumpen und Armaturen entwickelt. „Wir bauen für unsere Kunden Maschinen, die Kerne produzieren“, beschreibt Mössner. Diese Kerne, bestehend aus einem ausgehärteten Sandgemisch, dienen in den Gussformen als Platzhalter für spätere Hohlräume. „Nach dem Guss zerfallen die Kerne, übrig bleiben komplexe Innengeometrien.“ Zylinderköpfe, Motor- und Hydraulikblöcke oder innenbelüftete Bremsscheiben sind nur einige Beispiele für solche Gussteile.

Zum Portfolio von Laempe & Mössner gehören neben Kernschießautomaten auch Begasungsgeräte, die das Aushärten der Kerne unterstützen. Sandmischer, Sandaufbereitungsanlagen und robotergestützte Kernnachbehandlungslösungen etwa zum Entgraten der Kerne komplettieren das Angebot.  „Und wir kümmern uns um die Vernetzung und intelligente Steuerung der gesamten Kernmacherei“, erklärt Mössner. Das Unternehmen steht für Komplettlösungen: Die Mitarbeiter bauen und liefern nicht nur die Maschinen, sie installieren sie auch beim Kunden, warten sie und fertigen Ersatzteile. „Unsere Stärke ist ein Support, der weltweit geschätzt wird“, sagt Mössner entschieden. „Wir sind da, wenn es Probleme gibt: Unsere Mitarbeiter helfen per Telefon oder schnellstmöglich vor Ort. So profitieren unsere Kunden von einer hohen Maschinenverfügbarkeit.“

Die Internationalisierung sieht Mössner als Schlüsselfaktor zum Erfolg. „Wer eine solche Nische besetzt wie wir, muss die weltweite Wirtschaft als Markt betrachten.“ Laempe & Mössner etabliert sich vor allem in solchen Ländern, in denen es eine leistungsfähige Autoindustrie gibt – oder sie gerade entsteht. Rund um den Globus kümmern sich Mitarbeiter in eigenen Büros sowie einem Netz aus 25 Partnern um Vertrieb und Service.

Vor allem dort, wo sich die Kultur spürbar von der abendländischen unterscheidet, sagt Mössner, baue er auf einheimische Partner. „Nehmen Sie das Geradlinige, das wir Deutschen so mögen. Es schreckt Menschen in Asien ab.“ Der studierte Wirtschaftsingenieur war selbst einige Zeit mit seiner Frau in China, um ein Vertriebsbüro aufzubauen. „Wir haben dort eine komplette chinesische Mannschaft. Jetzt arbeiten wir daran, dass die Kollegen dort sämtliche technische, Support- und Vertriebsaufgaben noch selbstständiger übernehmen können.“

Gefragt ist die hohe Qualität made in Sachsen-Anhalt auch in den USA, wo man die Langlebigkeit der Maschinen, ihre Effizienz, Genauigkeit und Verlässlichkeit schätzt. Die guten Referenzen, sagt Mössner nicht ohne Stolz, helfen dem Unternehmen beim Ausbau der Vertriebsaktivitäten in weiteren asiatischen und südamerikanischen Märkten.

Auch wenn Mössner im Herzen ein Münchner bleibt, wo er geboren und aufgewachsen ist: Den Standort Sachsen-Anhalt kann er jedem Unternehmer nur ans Herz legen: „Wer hier eine Idee hat, wird wahrgenommen – und unterstützt.“ Eine einzige Mail an die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg habe gereicht: Heute forschen Studierende der Gießereitechnik gemeinsam mit Ingenieuren von Laempe & Mössner an einem Weg, Mischvorgänge virtuell zu simulieren. (Kathrin Wöhler)

Fakten

  • Dipl.-Ing. Hans-Joachim Laempe gründete das Unternehmen 1980 im Schwarzwald. 1995 baute er in Barleben vor den Toren der Landeshauptstadt Magdeburg eine 15.000 m2 große Werkhalle, in der Kernmacherei-Maschinen für Gießereien gebaut werden. Hier ist auch der Sitz der Verwaltung.
  • Der jährliche Umsatz liegt bei 65 Millionen Euro, 300 Mitarbeiter zählt das Unternehmen.
  • Mittlerweile steht Laempe & Mössner für 20.000 betreute Systeme weltweit und Kunden in ganz Europa, China, den USA, Indien, Brasilien, Mexiko und Australien.