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Regionale Innovationsstrategie Sachsen-Anhalt 2014-2020

Wertschöpfung durch Bildung, Wissenschaft, industrielle Forschung und Entwicklung sowie letztlich durch Innovation wird immer wichtiger für unseren Wohlstand. Die weitere Stärkung der Innovationskraft der Wirtschaft Sachsen-Anhalts ist daher ein zentrales wirtschaftspolitisches Anliegen der Landesregierung. Dafür benötigen wir eine gezielte Innovations- und Clusterstrategie sowie das enge Zusammenwirken von Wissenschaft und Wirtschaft: Die Regionale Innovationsstrategie des Landes Sachsen-Anhalt 2014 - 2020.

Mit der Regionalen Innovationsstrategie soll durch eine Orientierung auf die Zukunftsmärkte Energie, Maschinen- und Anlagenbau und Ressourceneffizienz, Gesundheit und Medizin, Mobilität und Logistik, Chemie und Bioökonomie, Ernährung und Landwirtschaft und die konsequente Nutzung der bestehenden Stärken des Landes Sachsen-Anhalts ein starker und nachhaltiger Ausbau des Innovationsgeschehens auf allen Ebenen bewirkt werden.

Mit Hilfe effektiver Innovationsnetze und Cluster sollen die Innovationspotenziale in den Zukunftsmärkten gehoben werden: Auf unsere Unternehmen kommen zukünftig neue Fragestellungen zu. Fragen der Ressourceneffizienz, Energieversorgung, Fachkräftesicherung, Internationalisierung und Prozessoptimierung müssen nicht allein gelöst werden. Durch die Vernetzung der Unternehmen untereinander und branchenübergreifend sowie mit den Forschungseinrichtungen im Land sollen neue Lösungsansätze entwickelt und zur Marktreife gebracht werden.

Leitlinien

  • Schärfung des Standortprofils Sachsen-Anhalts durch die Ausrichtung der Innovationspolitik auf prioritäre Zukunftsmärkte, durch  hochwertige Ansiedlungen und Nutzung der Cluster- und Innovationsnetzwerke
  • Integration leitmarktübergreifender Innovationen aus den Querschnittsbereichen
  • Innovationspotenziale in der Breite der Unternehmenslandschaft wecken und entwickeln  und durch aufsuchenden Transfer und niedrigschwellige Angebote fördern
  • Gezielter Ausbau des Wissenschaftsstandortes und Professionalisierung des Wissens- und Technologietransfers zwischen Forschungseinrichtungen und Unternehmen, um einen Innovationsvorsprung zu erreichen
  • Ausbau und effizientere Nutzung unternehmensnaher Forschungsinfrastruktur
  • Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit vorhandener Produktionsstandorte durch Investitionen und damit verbunden Steigerung des bestehenden Innovationspotenzials
  • Stärkung der Unternehmerkultur durch breite Sensibilisierung im Bildungsbereich und Förderung von Gründungen
  • Sicherung des Fachkräftepotenzials im Land durch Investitionen in ein leistungsfähiges Bildungssystem, berufsbegleitende Qualifizierungsangebote, Förderung von Jugendlichen und Ausbau des Kinderbetreuungsangebots
  • Internationalisierung der Innovationspolitik: Einbindung der hiesigen Produktions- und Dienstleistungen in internationale Wertschöpfungsketten, Verstärkung der Exportpotenziale durch Innovation, Einbindung in internationale Netzwerke
  • Konsequente Gleichstellung von Frauen und Männern
  • Finanzierungen bündeln: ressortübergreifende Mitteleinsatz sowie verstärkte Einwerbung von Projektfördermitteln aus nationalen und europäischen Förderprogrammen
  • Kontinuierliche Weiterentwicklung und Erfolgskontrolle der Regionalen Innovationsstrategie durch dauerhafte Strukturen
   

Umsetzung

Die Regionale Innovationsstrategie ist auf eine mittelfristige Perspektive ausgerichtet. Bei der Umsetzung muss auf Marktrends, internationale Entwicklungen und Struktureinflüsse flexibel regiert werden. Um die definierten anspruchsvollen Ziele zu erreichen und in den identifizierten Leitmärkten weltweit die Position eines innovativen Wissenschafts- und Wirtschaftsstandorts einzunehmen, ist die Schwerpunktsetzung auf Themen und Projekte erforderlich, die eine besondere Relevanz für innovatives Wachstum haben. Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik werden durch eine enge Vernetzung und eine intensive kontinuierliche Zusammenarbeit die Visionen der Regionalen Innovationsstrategie verwirklichen. Das Land Sachsen-Anhalt wird seine Förderpolitik konsequent an der Regionalen Innovationsstrategie ausrichten.

Die bedarfsgerechte Weiterentwicklung der Strategie sowie notwendige Erfolgskontrollen werden durch ressortübergreifende Zusammenarbeit, durch Leitmarktarbeitskreise sowie durch Mitwirkung des Cluster- und Innovationsbeirates des Landes erfolgen.

Für eine erfolgreiche Umsetzung der Strategie ist jedoch jeder Einzelne gefragt. Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung sowie Partner in Verbänden, Kammern und der Zivilgesellschaft sind aufgerufen, sich aktiv an dem Entwicklungsprozess zu beteiligen. Die Dynamik für einen wirtschaftlichen Aufschwung kann nur aus den vorhandenen Stärken im Land entstehen.

   

Innovationsbegriff

Innovationen können in allen Lebensbereichen ausgelöst werden und müssen ganzheitlich betrachtet werden. Der Begriff Innovation steht für Neues und Erneuerung in Wirtschaft und Gesellschaft und betrifft nicht nur den Techniker. Der Begriff wird weit gefasst und kann sowohl der Weiterentwicklung eines Produktes, das Erschließen neuer Vertriebswege oder kreative Vermarktungskonzepte beinhalten. Hier muss es sich auch nicht immer um Weltneuheiten handeln, auch das Einsetzen des Wissen anderer, sprich Wissenstransfer, führt zu Innovation.

Innovation kann demnach nicht für eine Akteursgruppe separat gedacht werden – sie ist Ergebnis eines komplexen Zusammenspiels verschiedener relevanter Akteure im regionalen Innovationssystem. Dabei ist es wichtig, dass eine regionale Strategie den Anforderungen der Globalisierung genügen muss.

Bei zunehmender Globalisierung werden Regionen und deren je spezifische Stärken sowie deren Einbettung in globale Wertschöpfungsketten und die globale Arbeitsteilung immer wichtiger.

Wettbewerbsfähigkeit ist Resultat einer Vielzahl am Standort wirksamer Einflussfaktoren, darunter engagierte Menschen, Produktivität oder die Verfügbarkeit von Rohstoffen und bezahlbarer Energie. Zunehmend wichtiger werden Innovationsfähigkeit, Kreativität und Wissen.