Chemie & Bioökonomie

Neue Werkstoffe aus Sachsen-Anhalt für die Märkte

In Zeiten schwindender fossiler Rohstoffe und wachsender Ansprüche an Umwelt- und Klimaschutz muss die Chemie- und Kunststoffindustrie umdenken. Neue hocheffiziente polymerbasierte Leichtbaumaterialien bestimmen die Zukunft. Der Trend hin zu ressourcenschonenden und energieeffizienten Produktionsprozessen eröffnet neue Chancen.

Sachsen-Anhalt hat das notwendige Know-how, um für diese enormen weltwirtschaftlichen Herausforderungen praktikable Lösungen zu finden.

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Von der Basischemie bis zur weiterverarbeitenden Industrie wird bereits die komplette Wertschöpfungskette im Land abgedeckt. Im Zentrum Europas hat sich hier über Jahrzehnte hinweg ein Kompetenzzentrum der Polymerherstellung und -verarbeitung entwickelt. Bestehende Cluster und Verbundstrukturen, leistungsfähige universitäre und außeruniversitäre Forschung sowie  industrienahe Forschungsinfrastrukturen ermöglichen einen effektiven Technologie- und Wissenstransfer. Dadurch erfolgt eine effiziente Umsetzung von Theorie in Praxis.

Im Fraunhofer-Zentrum für Chemisch-Biotechnologische Prozesse CBP in Leuna werden Erdölersatzstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen erforscht. Biotechnologische und chemische Prozesse werden von Laborergebnissen in produktionsrelevante Dimensionen übertragen.

Mit „grünem“ Wasserstoff eine nachhaltige, saubere und stabile Energie- und Rohstoffversorgung zu schaffen, ist Ziel des Projektes HYPOS. Rund 90 Partner aus ganz Deutschland wollen überschüssigen erneuerbaren Strom speicherbar und stabil nutzbar machen. Mittels intelligenter Verknüpfung der Wasserstofferzeugung mit vorhandener Infrastruktur, wie Gasspeicher und -pipelines, wird Wasserstoff zu einem wesentlichen Baustein der Energiewende und der  Rohstoffsicherheit.

 

   

Vision 2020

Rohstoffdiversität und marktkonforme Spezialisierung  erschließen nachhaltige Wertschöpfungspotenziale für die Chemie- und Kunststoffindustrie. Sachsen-Anhalts Forscher und Unternehmen  schaffen einen international anerkannten Technologievorsprung. Neue Werkstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen finden weltweiten Einsatz. Sachsen-Anhalt ist ein erstrangiger und international sichtbarer Standort für die chemische Industrie und die Kunststoffverarbeitung.

   
Spezialisierungsprofil

Spezialisierungsprofil

Neue Polymerwerkstoffe
Entwicklung und Anwendung  polymerbasierter  Leichtbauwerkstoffe

  • Kunststoffverarbeitung , Leichtbaumaterialien (CFK)
  • Hybridtechnologien, Kautschuk-Chemie 
    Photovoltaik (Kunststoffe)
  • Nanotechnologien für Oberflächen

Bioökonomie

  • Bioraffinerien, Biokunststoffe

Wasserstoffwirtschaft

  • H2 als Energieträger und Wertstoff (Rohstoff für neue Produkte)

Kohlechemie/CO2-Wirtschaft

  • Stoffliche Verwertung der Braunkohle
  • Bio-Kohle, CO2 als Rohstoff (Algen)

Fein- und Spezialchemikalien

  • Funktionale Farbstoffe
  • Katalysatoren
  • Produkte für die pharmazeutische -, elektronische – und feinchemische Industrie
   
SWOT - Analyse

SWOT-Analyse

Stärken

  • dichte Forschungslandschaft
  • Chemieverbundstruktur fördert Kaskadennutzung und Kuppelproduktion zur optimalen Wertschöpfung
  • Wertschöpfungskette zwischen chemischer Industrie und mitteldeutscher Kunststoffverarbeitung
  • enge Verflechtung zwischen Kunststoffverarbeitung und anderer Branchen

Schwächen

  • studentische Wanderungsverluste
  • starke Abhängigkeit der Chemie vom Erdöl
  • Leistungsstarke Märkte wie Asien spielen bislang nur eine untergeordnete Rolle
  • keine Konzernzentralen/strategische Abteilungen von Konzernen

Chancen

  • Vereinigung der Wertschöpfungsketten Holz, Biotechnologie und Chemie
  • Kaskadennutzung und Kuppelproduktion zur optimalen Wertschöpfung biogener Rohstoffe
  • hohe Studentennachfrage
  • globale Bedeutung des industriellen Einsatzes von NaWaRos steigt
  • Ausbau der H2-Pipeline
  • Faserverbünde

Risiken

  • hohe Energiekosten und steigende Kosten für CO2-Zertifikate
  • zerrissene Wertschöpfungsketten
  • Verlagerung von Produktionsstätten hin zur Rohstoffbasis
  • verstärkter Wettbewerb mit Unternehmen in Mittel- und Osteuropa
  • Abwanderungsneigung von Bildungsorientieren
  • geringe Produktivität sowie Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der Wirtschaft
   
Verknüpfung mit anderen Leitmärkten

Verknüpfung mit anderen Zukunftsmärkten


   

Cluster & Netzwerke