Ernährung & Landwirtschaft

Sachsen-Anhalt mit einem hohen Potenzial für eine pflanzenbasierte Wirtschaft

Die Herausforderungen des Klimawandels, der demografische Wandel und eine geringer werdende landwirtschaftliche Nutzfläche stellen die Landwirtschaft  vor große Herausforderungen. Pflanzenzucht, produktivere  Anbaumethoden und die effektivere Nutzung aller pflanzlichen Bestandteile bieten die Voraussetzung für eine pflanzenbasierte Wirtschaft, die sowohl dem Bedarf  der Lebensmittelindustrie als auch der Rohstoffversorgung für die Industrie gerecht wird.

Mit  mehr als hundertjähriger Erfahrung in der Pflanzenzucht und modernsten Forschungseinrichtungen der Bioökonomie und Biotechnologie leistet Sachsen-Anhalt hierzu einen bedeutenden Beitrag.

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Die Nahrungsmittelindustrie ist in Sachsen-Anhalt die umsatzstärkste Branche des Landes. Darüber hinaus bilden Pflanzenzucht und Saatgutgewinnung, eine leistungsfähige Lebensmittelverfahrenstechnik und moderne Produktionsverfahren wichtige Bestandteile einer pflanzenbasierten Wertschöpfungskette. Universitäre und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen erschließen Nutzungsmöglichkeiten von Pflanzen und Pflanzenbestandteilen für die Ernährungswirtschaft, für die Pharma- oder Kosmetikindustrie und für die Rohstoffversorgung der Industrie.

Der Wissenschafts-Campus Pflanzenbasierte Bioökonomie in Halle umfasst die Wissenschaftsdisziplinen pflanzenbasierter Agrarwissenschaften, Biologie, Biochemie und Biotechnologie. Hier werden interdisziplinäre Forschungsprojekte umgesetzt und deren praktische Anwendung in der Region gefördert.

Das Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) in Gatersleben beherbergt eine der weltgrößten Genbanken für Nutzpflanzen. Rund 150.000 Saat- und Pflanzgutmuster von über 3.000 Nutzpflanzenarten und nahezu 800 Pflanzengattungen werden hier erhalten und stehen Forschungsprojekten zur Verfügung.

Führende Produzenten von Tiefkühlbackwaren und von Backfertigprodukten gehören zu den innovativen Unternehmen Sachsen-Anhalts im Bereich der Nahrungsmittelbranche. Sowohl die Produktentwicklung, die Herstellung als auch die Logistik deutschland- und europaweit haben zur Schaffung von mehr als 1.000 Arbeitsplätzen beigetragen.

 

   

Vision 2020

Robuste, ertragreiche Pflanzen und neue pflanzliche Wirkstoffe aus Sachsen-Anhalt werden national und international nachgefragt. Effiziente Lebensmittelverfahrenstechnologien werden international eingesetzt. Durch die ganzheitliche Nutzung aller Pflanzenbestandteile entstehen zudem neue Potenziale  der Biomassenutzung.

   
Spezialisierungsprofil

Spezialisierungsprofil

Pflanzenzüchtung und –anbau/Saatgutgewinnung

  • Kulturpflanzenzüchtung
  • Energiepflanzen

Lebensmitteltechnologie/-verfahrenstechnik/Lebensmittelprodukteentwicklung

  • Algenbiotechnologie
  • Vegetarische Produkte

Biomasseökonomie, -nutzung

  • Biomasseverarbeitung, Pflanzenbiotechnologien
  • Proteinsynthese aus Pflanzen, z. B. Rapsschrot

Agrochemie

  • Langzeitdünger
  • Pflanzenschutz und Ernährungsstrategien für verschiedene klimatische Bedingungen
   
SWOT - Analyse

SWOT-Analyse

Stärken

  • Ernährungswirtschaft ist die stärkste Branche des verarbeitenden Gewerbes in Sachsen-Anhalt
  • neue Wertschöpfungsketten in den Bereichen Bioenergie und nachwachsender Rohstoffe
  • Partner für Forschungs- und Entwicklungskooperationen vorhanden
  • hohe Bereitschaft zur Erschließung von Einkommensalternativen in der Landwirtschaft (bspw. Energieerzeugung)
  • Pflanzenbiotechnologie und Pflanzenzüchtung sind Kernkompetenzen
  • Kapazitäten für die anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung in den Bereichen Biotechnologie, Pharmatechnik, Lebensmitteltechnologie, Ökotrophologie und Landwirtschaft

Schwächen

  • rückläufige Investitionstätigkeit und Eigenkapitalausstattung, Finanzschwäche
  • geringe Präzens auf Auslandsmärkten
  • Landwirtschaft von demografischem Wandel besonders betroffen
  • keine Großindustrie im Bereich Pflanzenbiotechnologie
  • geringe Translation von Forschungs- und Entwicklungsergebnissen der Pflanzenforschung
  • Defizite beim Aufbau neuer Wertschöpfungsketten (Koppelprodukte: Ernährung - stoffliche Nutzung - energetische Nutzung)

Chancen

  • aktuelle Trends der Ernährung eröffnen Innovationspotenziale in der Branche
  • Entwicklung neuer, klimaangepasster Kulturpflanzen
  • Entwicklung von Verfahren zur Gewinnung wirtschaftlich bedeutender Substanzen aus Biomasse
  • Ausbau ökologischer Produkte und neuer Vertriebswege
  • funktionale Lebensmittel
  • Bioökonomie: neue Nutzungsmöglichkeiten biologischer Stoffe, die nicht der Ernährung dienen

Risiken

  • hohe Abhängigkeit vom Lebensmitteleinzelhandel
  • Abwanderung von Arbeitskräften, Mangel an qualifiziertem Personal
  • zum Teil fehlende Akzeptanz von Biotechnologien
   
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